Schwangerschaft

38. Schwangerschaftswoche

In der 38. SSW ist dein Baby fast vollständig entwickelt und scheidet Vernix ab. Erfahre alles über Zervixveränderungen, Ödeme, Geburtszeichen und wie du die letzten Tage gesund überbrückst.

Kurze Antwort: In der 38. SSW ist dein Baby voll ausgetragen. Es wiegt ca. 3.100 g und ist geburtsbereit positioniert. Wehen koennen jederzeit beginnen. Geburtstasche bereit und Geburtsbegleitung informiert. Regelmaessige CTG-Kontrollen - jede weitere Woche im Mutterleib staerkt das Immunsystem des Babys.
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Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

Veröffentlicht:

Whispie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGGG.

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Auf einen Blick: 38. SSW

In der 38. SSW hat dein Baby die großen Entwicklungsschritte hinter sich und konzentriert sich nun auf das Anlegen weiterer Fettreserven, die Reifung des Zentralnervensystems und die letzten Vorbereitungen fürs Leben außerhalb des Uterus. Vernix und Lanugo werden abgestoßen und geschluckt – sie werden Teil des ersten Mekonium-Stuhlgangs nach der Geburt. Genieße diese letzten gemeinsamen Tage.

Babys Entwicklung

Die 38. SSW steht im Zeichen der Feinabstimmung. Was sich noch entwickelt:

Dein Körper & Symptome

Viele Symptome der 38. SSW sind verstärkte Versionen der Vorwoche, aber einige spezifische Zeichen können jetzt auftreten:

Ernährung

Setze deine Ernährungsbasis fort. Die Spätschwangerschaft ist nicht der richtige Zeitpunkt für Diäten – wichtig sind nährstoffreiche Lebensmittel, die deinen Energiebedarf decken und die Erholung unterstützen.

Weiterhin meiden: rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und Fisch, Rohmilchkäse, Weichkäse, Aufschnitt (roh), Alkohol, übermäßiges Koffein (max. 200 mg/Tag).

Bewegung

Bleib auf sanfte Weise aktiv. Einige Bewegungen können auch bei der optimalen Kindslage und der Geburtsvorbereitung helfen:

Vermeiden: tiefe Rückwärtsbeugungen, langes Liegen auf dem Rücken, sturzgefährdete Aktivitäten, Überhitzung. Wenn du schwindelig wirst, außer Atem gerätst oder ungewohnte Schmerzen auftreten – stopp und ruh dich aus.

Mentale Gesundheit

Je näher der Geburtstermin rückt, desto mehr kannst du zwischen Vorfreude und Angst schwanken. Geburtsangst (Tokophobie) in der Spätschwangerschaft ist sehr häufig und kein Zeichen von Schwäche – sie gehört zu den häufigsten Themen in Geburtsvorbereitungskursen und Hebammengesprächen. Sprich offen darüber.

Hilfreiche Strategien:

Wann zum Arzt

Sofort deine Hebamme kontaktieren oder in die Geburtsstation fahren, wenn du eines der folgenden Zeichen hast:

Tests & Vorsorgeuntersuchungen

Bei deiner Vorsorge in der 38. SSW (wöchentlicher Termin ab der 36. SSW) werden typischerweise durchgeführt und im Mutterpass eingetragen:

Keine großen Screening-Tests sind in der 38. SSW routinemäßig vorgesehen. Bei Risikofaktoren wie Gestationsdiabetes oder Bluthochdruck kann zusätzliches Monitoring (CTG, Biophysikalisches Profil) angeordnet werden.

Tipps für die 38. SSW

  1. Geburtsatmung üben. Langsam durch die Nase ein, durch den Mund aus – das senkt die Schmerzwahrnehmung und die Angst. Im Geburtsvorbereitungskurs (von der GKV bezuschusst) wird das trainiert.
  2. Mahlzeiten vorkochen und einfrieren. 2–3 Wochen Tiefkühlkost sind im Wochenbett unbezahlbar.
  3. Wochenbett-Station im Bad einrichten. Wochenbettbinden, Peri-Flasche (Intimdusche), Sitzbad-Kräuter, Wundcreme – alles griffbereit.
  4. Kindersitzmontage prüfen lassen. Viele Automobilclubs (ADAC) bieten günstige Checks an.
  5. Akku laden. Handy, Kamera, Ersatzbatterie – unter der Geburt entlädt sich alles schnell.

Vorbereitung auf die nächsten Wochen

Die Geburt kann jeden Tag beginnen. Deine unmittelbaren nächsten Schritte:

Häufig gestellte Fragen zur 38. SSW

Gilt die 38. SSW schon als vollständig ausgetragen?

Nein, die 38. SSW gilt nach den Leitlinien der DGGG und AWMF weiterhin als „früh termingerecht" (early term). Vollständig ausgetragen beginnt erst mit 39+0 SSW. Die meisten Babys, die in der 38. SSW geboren werden, entwickeln sich sehr gut – die letzten Tage bis 39 Wochen sind jedoch wichtig für die finale Gehirnreifung, Lungenreife und Gewichtszunahme. Setzt die Geburt spontan ein, ist das eine andere Situation als eine geplante Einleitung.

Warum wird mein Bauch in der 38. SSW manchmal steinharter?

Ein Bauch, der sich plötzlich verhärtet und dann wieder entspannt, ist fast immer eine Braxton-Hicks-Wehe (Vorwehe oder Übungswehe). Sie werden in der 38. SSW häufiger und intensiver, da dein Körper für die Geburt trainiert. Typisch: unregelmäßig, kaum schmerzhaft und lassen beim Lagewechsel, Trinken oder Ausruhen nach. Werden die Verhärtungen regelmäßig, schmerzhafter und kommen in immer kürzeren Abständen, beginne mit dem Aufzeichnen – es könnten echte Wehen sein.

Meine Gynäkologin hat mir gesagt, ich bin 2 cm geöffnet. Kommt die Geburt bald?

Nicht unbedingt. Eine Muttermundöffnung in der Spätschwangerschaft sagt kaum aus, wann die Geburt beginnt. Manche Frauen sind wochenlang 3–4 cm geöffnet, andere gehen ohne Befund binnen Stunden in die aktive Geburtsphase. Die Zervixbefundung zeigt, dass dein Körper sich vorbereitet, aber kein genaues Timing. Viele Hebammen und Gynäkologinnen verzichten bei unkomplizierten Schwangerschaften deshalb auf routinemäßige Muttermundtastungen.

Ist anhaltender Druck nach unten in der 38. SSW normal?

Ja. Wenn sich der Kopf des Babys tiefer ins Becken schiebt (Eintritt), spürst du ein andauerndes Schweregefühl, Druck und manchmal stechende Bewegungen im Becken, in der Scheide oder im Enddarm. Viele Frauen beschreiben das Gefühl, das Baby könnte „herausfallen" – das ist aber nur eine Empfindung, kein Risiko. Ein Beckengurt, warme Bäder oder Ruhe mit erhöhten Hüften können helfen. Bei Unsicherheit sprich deine Hebamme an.

Ab wann sind Schwellungen in der 38. SSW bedenklich?

Leichte Schwellungen an Füßen, Knöcheln und Händen sind durch Wassereinlagerungen und den Druck auf die Blutgefäße normal. Sofort deine Hebamme oder Klinik kontaktieren, wenn: plötzliche starke Schwellung im Gesicht oder um die Augen; Schwellung zusammen mit starkem Kopfschmerz, Sehveränderungen oder Oberbauchschmerzen rechts (Zeichen einer Präeklampsie laut AWMF-Leitlinie); oder Schwellung nur eines Beins (mögliche Venenthrombose). Diese Symptome erfordern sofortige Abklärung.

Warum habe ich in der 38. SSW Durchfall oder lockeren Stuhlgang?

Viele Frauen erleben in den Tagen vor der Geburt weichen Stuhlgang oder Durchfall. Das liegt an Prostaglandinen – Hormonen, die den Muttermund weich machen und gleichzeitig die Darmtätigkeit stimulieren. Es ist gewissermaßen der natürliche Weg des Körpers, sich vor der Geburt zu „entleeren". Ist der Durchfall stark, anhaltend oder von Fieber oder Erbrechen begleitet, ruf deine Hebamme an – Flüssigkeitsmangel in der Spätschwangerschaft ist riskant.

Kann ich die Geburt in der 38. SSW anstoßen?

Die DGGG und die BZgA empfehlen, bis mindestens 39 SSW mit einer geplanten Einleitung zu warten. Sanfte, evidenzbasierte Aktivitäten wie Spaziergehen, Geburtsvorbereitung auf dem Pezziball, Sex (wenn Blase intakt und keine ärztliche Einschränkung) und Akupunktur bei einer zugelassenen Hebamme sind bei gesunden Schwangerschaften harmlos. Meide Rizinusöl, unkontrollierte Kräuterpräparate und aggressive Brustwarzenstimulation – diese können übermäßig starke Wehen auslösen. Besprich alles mit deiner Hebamme.

Darf ich in der 38. SSW noch fliegen oder lange Autofahrten machen?

Die meisten Fluggesellschaften gestatten bei unkomplizierten Einlingsschwangerschaften Flugreisen bis zur 36. SSW (einige bis 37 SSW) – danach in der Regel nicht mehr. Für längere Autofahrten (mehr als 1–2 Stunden von deiner Geburtsklinik entfernt) gilt: nur wenn unbedingt nötig, alle Stunde Pause einlegen, viel trinken und die nächste Klinik entlang der Route kennen.

Was bedeutet Zervixreifung oder -verkürzung?

Zervixreifung (Effacement) bezeichnet das Weich- und Kürzerwerden des Muttermunds als Vorbereitung auf die Geburt. Der Muttermund ist normalerweise 3–4 cm lang; vollständig verstrichen bedeutet 100 % Verkürzung. Meist verstreicht er sich, bevor er sich weitet, besonders bei Erstgebärenden. Wie die Muttermundöffnung sagt auch die Verkürzung wenig darüber aus, wann genau die Geburt beginnt.

Muss ich in der 38. SSW jede Wehe aufschreiben?

Nicht jede Empfindung muss protokolliert werden, aber es lohnt sich, den Rhythmus aufzuzeichnen, sobald die Wehen spürbar, regelmäßig und zunehmend stärker werden. Die häufig genannte Faustregel in deutschen Geburtskliniken: Wehen alle 5 Minuten, Dauer 1 Minute, über 1 Stunde (5-1-1). Dann Hebamme oder Geburtsstation anrufen. Eine Wehenapp oder ein Notizbuch reicht völlig aus – start, Dauer, Intensität notieren.

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