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RSV-Impfung in der Schwangerschaft oder Antikörper fürs Baby?

Die STIKO empfiehlt derzeit keine RSV-Impfung in der Schwangerschaft, aber Antikörper fürs Baby. Mit Planer nach Geburtstermin, Kosten und Nebenwirkungen.

Kurz gesagt: In Deutschland empfiehlt die STIKO derzeit keine RSV-Impfung in der Schwangerschaft (RKI, Stand: 10. September 2026). Für Babys dagegen empfiehlt sie eine Prophylaxe mit Antikörpern, und zwar für alle in ihrer ersten RSV-Saison. Die Kosten dafür übernimmt im ersten Lebensjahr die gesetzliche Krankenversicherung (RSV-Prophylaxeverordnung).
Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGKJ und kindergesundheit-info.de.

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Gegen RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) gibt es zwei Wege, Babys in den ersten Lebensmonaten zu schützen: eine Impfung in der Schwangerschaft, bei der Antikörper der Mutter über die Plazenta auf das Baby übergehen, oder Antikörper, die das Baby nach der Geburt selbst bekommt. In Deutschland empfiehlt die STIKO nur den zweiten Weg.

Der Planer rechnet Ihren Geburtstermin nach der offiziellen Regel in Daten um: Er zeigt, ob Ihr Baby voraussichtlich in der RSV-Saison zur Welt kommt und wann die von der STIKO empfohlene Prophylaxe ansteht. Ein Datum für eine Impfung in der Schwangerschaft berechnet er nicht, weil es dafür in Deutschland keine Empfehlung gibt.

  • Die STIKO empfiehlt derzeit keine RSV-Impfung in der Schwangerschaft (RKI). Der Impfstoff Abrysvo ist in der EU für die Anwendung in der Schwangerschaft zugelassen, eine Impfung wäre aber eine individuelle Entscheidung nach einem Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kosten für das Baby
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die RSV-Prophylaxe für alle Babys im ersten Lebensjahr (RSV-Prophylaxeverordnung, seit 14. September 2024).
Kosten der Impfung in der Schwangerschaft
Offizielle Quellen nennen keinen Preis. Die Impfung wird von der STIKO nicht empfohlen und steht deshalb nicht in der Schutzimpfungs-Richtlinie, die festlegt, welche Impfungen die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtend bezahlen: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach.

Impfung in der Schwangerschaft oder Antikörper fürs Baby: Was gilt in Deutschland?

In Deutschland empfiehlt die STIKO die Antikörper-Prophylaxe für das Baby; für die Impfung in der Schwangerschaft gibt es keine Empfehlung. Die Prophylaxe mit Nirsevimab (Beyfortus) oder Clesrovimab (Enflonsia) empfiehlt sie für alle Neugeborenen und Säuglinge in ihrer ersten RSV-Saison, unabhängig davon, in welcher Schwangerschaftswoche sie geboren wurden und ob ein besonderes Risiko besteht. Clesrovimab hat die STIKO am 10. September 2026 neben Nirsevimab in ihre Empfehlung aufgenommen (Epidemiologisches Bulletin 37/2026).

Wann die Prophylaxe ansteht, hängt vom Geburtsmonat ab. Für Babys, die in der RSV-Saison (meist Oktober bis März) geboren werden, empfiehlt die STIKO sie möglichst rasch nach der Geburt, idealerweise bei der Entlassung aus der Geburtsklinik oder bei der U2 (3. bis 10. Lebenstag). Für Babys, die zwischen April und September geboren werden, empfiehlt sie die Prophylaxe im Herbst vor ihrer ersten RSV-Saison, etwa zwischen September und November. Diese Regel wendet der Planer auf Ihren Geburtstermin an; maßgeblich ist am Ende das tatsächliche Geburtsdatum.

Wie die beiden Wege zusammenspielen, regelt keine offizielle deutsche Quelle: Weil die STIKO die Impfung in der Schwangerschaft nicht empfiehlt, hat sie auch keine Ausnahme für Babys veröffentlicht, deren Mutter geimpft wurde. Ihre Empfehlung zur Prophylaxe gilt für alle Babys in ihrer ersten RSV-Saison. Das RKI weist in seinen FAQ darauf hin, dass mit der RSV-Prophylaxe eine von der STIKO empfohlene Alternative zum Schutz von Neugeborenen und Säuglingen zur Verfügung steht. Eine Impfung in der Schwangerschaft wäre eine individuelle Entscheidung nach ärztlicher Beratung.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Für den Impfstoff Abrysvo gilt in Deutschland wie in der ganzen EU die Fachinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Als am häufigsten gemeldete Nebenwirkungen nennt sie Müdigkeit (33 %), Schmerzen an der Impfstelle (27 %), Kopfschmerzen (24 %), Muskelschmerzen (21 %) und Gelenkschmerzen (10 %). Diese Werte beziehen sich auf alle Studienteilnehmenden zusammen, Schwangere und andere Erwachsene. Die meisten Reaktionen waren laut Fachinformation leicht bis mittelschwer und klangen innerhalb von 1 bis 3 Tagen ab. Häufig (bei bis zu 1 von 10 Geimpften) waren außerdem Rötung und Schwellung an der Impfstelle; seltenere Nebenwirkungen stehen in der vollständigen Fachinformation.

In einer Phase-3-Studie wurden im Monat nach der Impfung bei 14 % der Schwangeren in der Abrysvo-Gruppe und bei 13 % in der Placebo-Gruppe unerwünschte Ereignisse gemeldet. Bei den Babys waren es im ersten Monat nach der Geburt 38 % in der Abrysvo-Gruppe und 35 % in der Placebo-Gruppe. Bei den Kindern wurden bis zum Alter von 24 Monaten keine Sicherheitssignale festgestellt. Daten aus mehr als 4.000 Schwangerschaftsausgängen nach der Impfung deuten laut Fachinformation nicht auf Fehlbildungen oder eine schädliche Wirkung auf das ungeborene oder neugeborene Kind hin.

Zu den Geburtsergebnissen nennt die Fachinformation für die Abrysvo-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe: Frühgeburt 207 (6 %) gegenüber 172 (5 %), niedriges Geburtsgewicht 186 (5 %) gegenüber 158 (4 %) sowie angeborene Anomalien 205 (6 %) gegenüber 245 (7 %).

Häufige Fragen

Ab wann ist die RSV-Impfung in der Schwangerschaft möglich?

Eine von der STIKO empfohlene Zeitspanne gibt es nicht, weil die STIKO die RSV-Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht empfiehlt. Die EU-Fachinformation des Impfstoffs Abrysvo sieht eine Einzeldosis zwischen der 24. und der 36. Schwangerschaftswoche vor. Eine Impfung wäre eine individuelle Entscheidung nach ärztlicher Beratung. Für Ihr Baby zeigt der Planer oben, wann die von der STIKO empfohlene Prophylaxe ansteht.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der RSV-Impfung in der Schwangerschaft?

Offizielle Quellen nennen keinen Preis. Weil die STIKO die Impfung nicht empfiehlt, steht sie nicht in der Schutzimpfungs-Richtlinie, die festlegt, welche Impfungen die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtend bezahlen. Fragen Sie deshalb bei Ihrer Krankenkasse nach. Für Ihr Baby ist es anders: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die RSV-Prophylaxe für alle Babys im ersten Lebensjahr; das regelt seit dem 14. September 2024 die RSV-Prophylaxeverordnung. Eine eigene Verordnung war nötig, weil die Antikörpergabe rechtlich keine Schutzimpfung ist, sondern eine „andere Maßnahme der spezifischen Prophylaxe“ (G-BA).

Welche Nebenwirkungen hat die RSV-Impfung in der Schwangerschaft?

Laut EU-Fachinformation von Abrysvo waren die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen (bei Schwangeren und anderen Erwachsenen zusammen) Müdigkeit (33 %), Schmerzen an der Impfstelle (27 %), Kopfschmerzen (24 %), Muskelschmerzen (21 %) und Gelenkschmerzen (10 %); die meisten klangen innerhalb von 1 bis 3 Tagen ab. Zur Frühgeburt nennt die Fachinformation 207 (6 %) in der Abrysvo-Gruppe gegenüber 172 (5 %) in der Placebo-Gruppe. Weitere Zahlen stehen im Abschnitt „Nebenwirkungen und Sicherheit“.

Impfung in der Schwangerschaft oder Antikörper fürs Baby: Was empfiehlt die STIKO?

Die STIKO empfiehlt die Antikörper-Prophylaxe für das Baby, nicht die Impfung in der Schwangerschaft. Die Prophylaxe mit Nirsevimab oder Clesrovimab empfiehlt sie für alle Babys in ihrer ersten RSV-Saison: Babys, die in der Saison (meist Oktober bis März) geboren werden, möglichst rasch nach der Geburt; Babys, die zwischen April und September geboren werden, im Herbst vor ihrer ersten Saison, etwa zwischen September und November. Eine Regel, nach der Ihr Baby die Prophylaxe nicht braucht, wenn Sie in der Schwangerschaft geimpft wurden, hat die STIKO nicht veröffentlicht.

Brauche ich die RSV-Impfung in jeder Schwangerschaft?

Eine deutsche Regel dazu gibt es nicht, weil die STIKO die Impfung in der Schwangerschaft nicht empfiehlt. Laut EU-Fachinformation von Abrysvo ist nicht belegt, dass in späteren Schwangerschaften eine erneute Impfung nötig ist. Die STIKO-Empfehlung zur RSV-Prophylaxe gilt dagegen für jedes Baby in seiner ersten RSV-Saison, also auch für ein weiteres Kind.

Quellen: Robert Koch-Institut – FAQ zur Schutzimpfung gegen RSV (Stand: 10.09.2026) · Robert Koch-Institut – FAQ zur Empfehlung der RSV-Prophylaxe (Stand: 10.09.2026) · Robert Koch-Institut – Epidemiologisches Bulletin 4/2026: STIKO-Impfkalender · Gemeinsamer Bundesausschuss – Aktualisierte STIKO-Empfehlung zur RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen und Säuglingen (17.09.2026) · Bundesministerium für Gesundheit – RSV-Prophylaxeverordnung (RSVProphylaxeV), § 1 · Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg – RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab jetzt bei allen Säuglingen GKV-Leistung (18.09.2024) · Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) – Abrysvo: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (englisch)

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