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Die Schreistunde: Abendliches Quengeln bei Babys – Ursachen und Tipps

Abendliches Schreien bei Neugeborenen ist erschöpfend, aber normal. Verstehen Sie, was die Schreistunde verursacht, und entdecken Sie evidenzbasierte Strategien.

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Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

Veröffentlicht:

Whispie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Entspricht den Empfehlungen von AAP, WHO und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

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Was ist die Schreistunde?

Es ist 18:30 Uhr. Ihr Baby hat gegessen, hat eine frische Windel und schläft eigentlich schon seit einer Stunde. Und trotzdem schreit es – laut, ausdauernd und scheinbar ohne Grund. Willkommen bei der Schreistunde (englisch: Witching Hour).

Der Begriff beschreibt eine Phase intensiven, schwer zu beruhigenden Weinens, die typischerweise am späten Nachmittag oder frühen Abend auftritt. Sie betrifft Neugeborene und junge Babys und ist eines der häufigsten Phänomene, über die frische Eltern verzweifelt in den ersten Lebenswochen berichten.

Das Wichtigste zuerst:

Die Schreistunde ist normal, häufig und vorübergehend. In einer großen Längsschnittstudie zeigte sich, dass Säuglingsweinen kulturübergreifend in der 6. Lebenswoche seinen Höhepunkt erreicht und danach konsistent abnimmt.

Wann tritt die Schreistunde auf und wie lange dauert sie?

Die Schreistunde beginnt meist zwischen der 2. und 3. Lebenswoche und erreicht ihren Höhepunkt rund um die 6. Lebenswoche. Danach nimmt die Intensität und Dauer des abendlichen Schreiens graduell ab.

Mögliche Ursachen

Die Wissenschaft hat noch keine eindeutige Erklärung für die Schreistunde gefunden. Wahrscheinlich ist sie multifaktoriell – mehrere Faktoren zusammen erzeugen das Phänomen:

Lesen Sie auch unseren Artikel über Koliken beim Baby und Blähungen lindern.

Was wirklich hilft: evidenzbasierte Strategien

Es gibt keine magische Lösung, aber viele Strategien, die bei vielen Babys funktionieren. Versuchen Sie verschiedene Ansätze und beobachten Sie, was Ihr Kind beruhigt:

Dr. Harvey Karps „5 S's":

Pädiatriker Harvey Karp entwickelte die „5 S's": Swaddling (Pucken), Side/Stomach Position (Seiten-/Bauchlage), Shushing (Zischgeräusche), Swinging (Schaukeln) und Sucking (Saugen). Diese Kombination aktiviert den Beruhigungsreflex vieler Neugeborener.

Schreistunde vs. Koliken: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden häufig verwechselt. Der Unterschied liegt in der Häufigkeit und Dauer:

Beide Phänomene können gleichzeitig auftreten. Bei Verdacht auf Koliken empfehlen wir unseren ausführlichen Kolik-Leitfaden.

Elterngesundheit schützen

Wochenlang jeden Abend ein schreiendes Baby zu beruhigen ist emotional und körperlich zermürbend. Das ist keine Übertreibung – Studien zeigen, dass anhaltend schreiendes Verhalten ein Risikofaktor für postpartale Depression und elterlichen Burnout ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Schreistunde beim Baby?

Die Schreistunde (englisch: Witching Hour) beschreibt eine Phase intensiven, schwer zu beruhigenden Schreiens, die typischerweise am späten Nachmittag oder frühen Abend auftritt – meist zwischen 17 und 23 Uhr.

Ab wann beginnt die Schreistunde und wie lange dauert sie?

Sie beginnt meist in der 2.–3. Lebenswoche und erreicht ihren Höhepunkt rund um die 6. Woche. In den meisten Fällen bessert sich das Schreien deutlich mit etwa 3–4 Monaten.

Was verursacht das abendliche Schreien beim Baby?

Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Mögliche Faktoren: Überstimulation nach einem langen Tag, hormonelle Schwankungen (Cortisol, Melatonin), unreifes Verdauungssystem, Übermüdung und möglicherweise ein Übergang bei der Milchproduktion (bei Stillenden: Abendmilch hat mehr Fett).

Ist die Schreistunde dasselbe wie Koliken?

Nicht ganz. Koliken werden als Schreien definiert, das mehr als drei Stunden pro Tag, mehr als drei Tage pro Woche über mehr als drei Wochen andauert. Die Schreistunde ist zeitlich gebundener und kürzer, kann aber Teil einer Kolik sein.

Mein Baby ist nur am Abend untröstlich – liegt das an mir?

Nein. Abendliches Schreien ist eine normale Entwicklungsphase. Forschungen zeigen, dass es kulturübergreifend auftritt und nicht mit der Qualität der Elternschaft zusammenhängt. Sie machen nichts falsch.

Was hilft wirklich gegen die Schreistunde?

Bewährte Strategien: Pucken, sanftes Schaukeln oder Tragen, weißes Rauschen, Herumgehen oder Autofahrt, Stillen oder Füttern, Bauchlage auf dem Arm (beaufsichtigt). Was bei einem Baby hilft, muss beim nächsten nicht wirken – Ausdauer ist gefragt.

Kann Blähungen die Schreistunde verschlimmern?

Ja. Viele Babys haben abends mehr Blähungen, was das Unbehagen steigert. Sanfte Bauchmassagen, das sogenannte 'Radfahren' der Beinchen und häufigeres Aufstoßen können helfen. Mehr dazu in unserem Blähungen-Ratgeber.

Sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn das Schreien extrem ist, das Baby Fieber hat, nicht trinkt, erbrochen hat oder Sie sich ernsthaft Sorgen machen, ist ein Arztbesuch immer sinnvoll. Der Kinderarzt kann Erkrankungen wie Reflux ausschließen.

Wie schütze ich meine eigene mentale Gesundheit während dieser Phase?

Schichten Sie Aufgaben auf: Eine Person hält das Baby, eine andere kocht. Wechseln Sie sich ab. Fragen Sie Familie oder Freunde um Hilfe. Wenn Sie am Ende Ihrer Kräfte sind, legen Sie das Baby sicher in seine Schlafumgebung und machen Sie eine kurze Pause.

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