Schwangerschaft

31. Schwangerschaftswoche

In der 31. SSW ist dein Baby so groß wie eine Kokosnuss. Erfahre alles über rasante Gehirnentwicklung, Braxton-Hicks-Wehen, Atemnot und Tipps für das dritte Trimester.

Kurze Antwort: In der 31. SSW ist das Baby ca. 1.500 g schwer und setzt sich intensiv mit Sinneswahrnehmungen auseinander. Kindsbewegungen taeglich beobachten. Durch den groesseren Uterus nehmen Atemnot und Schlafschwierigkeiten zu. Jetzt Stillberatung, Geburtsvorbereitungskurs und Hospitalwahl finalisieren.
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Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

Veröffentlicht:

Whispie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGGG.

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Auf einen Blick

  • Trimester: Drittes Trimester (SSW 28–40)
  • Noch verbleibende Wochen: Etwa 9 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin
  • Babygröße: Kokosnuss – etwa 41 cm von Scheitel bis Ferse, rund 1,5 kg
  • Wichtiger Meilenstein: Rasante Gehirnentwicklung und Fettaufbau; das Baby sieht nun rund und kräftig aus

Die 31. SSW liegt mitten im dritten Trimester. Die meisten Organe und Systeme deines Babys sind bereits angelegt – die nächsten Wochen dienen der Reifung, der Gewichtszunahme und der Feinabstimmung von Gehirn, Lunge und Immunsystem. Für dich verschiebt sich der Fokus darauf, körperliche Beschwerden zu managen, Warnsignale im Blick zu behalten und praktische Geburtsvorbereitungen zu treffen.

Babys Entwicklung

In der 31. SSW befindet sich dein Baby in einer Phase intensiven neurologischen Wachstums. Milliarden von neuronalen Verbindungen entstehen gerade, und die Hirnoberfläche verändert sich von glatt zu gefurcht (die charakteristischen Windungen – Sulci und Gyri –, die die Oberfläche für höhere kognitive Funktionen vergrößern). Dieser Prozess setzt sich bis nach der Geburt fort, aber die Grundstruktur wird jetzt gelegt.

Dein Körper & Symptome

In der 31. SSW sind die körperlichen Anforderungen der Schwangerschaft deutlich spürbar. Dein Uterus befindet sich etwa 11 cm oberhalb deines Nabels, dein Blutvolumen ist um etwa 50 % höher als vor der Schwangerschaft, und du trägst wahrscheinlich 8–11 kg Mehrgewicht. Häufige Symptome in dieser Woche:

Ernährung

Im dritten Trimester steigt dein Kalorienbedarf um etwa 450 kcal pro Tag über deinen Grundbedarf vor der Schwangerschaft. Qualität ist jedoch wichtiger als Menge – das Baby legt jetzt Fett, Gehirngewebe und Knochen an.

Bevorzuge:

Meide: Rohes oder nicht vollständig gegartes Fleisch, Fisch und Eier; nicht pasteurisierte Milchprodukte (kein Rohmilchkäse); Fisch mit hohem Quecksilbergehalt (Schwertfisch, Hai, Thunfisch nur in Maßen); Alkohol vollständig; Koffein über 200 mg/Tag; Kräutertees ohne Freigabe für die Schwangerschaft.

Bewegung

Die AWMF-Leitlinien und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin empfehlen mindestens 150 Minuten moderater körperlicher Aktivität pro Woche während der Schwangerschaft, sofern keine Kontraindikationen bestehen. In der 31. SSW verbessert Bewegung den Schlaf, stärkt die Ausdauer für die Geburt, lindert Rückenschmerzen und kann das Risiko von Schwangerschaftsdiabetes-Komplikationen senken.

Geeignete Aktivitäten: Spazierengehen, Schwangerschaftsyoga, Schwimmen oder Wassergymnastik, Fahrradfahren auf dem Hometrainer, Schwangerschaftspilates sowie Beckenbodenübungen. Kniebeugen und Beckenbodentraining helfen, das Becken auf die Geburt vorzubereiten.

Meide: Kontaktsportarten, Aktivitäten mit Sturzrisiko (Skifahren, Reiten), Tauchen, Hot Yoga oder Sauna, Übungen in langer Rückenlage sowie alles, das scharfe Drehungen oder Sprünge erfordert. Brich das Training ab und rufe deine Hebamme oder Gynäkologin an bei Brustschmerzen, starker Atemnot, Schwindel, vaginalen Blutungen, Fruchtwasserverlust, regelmäßigen schmerzhaften Wehen oder verminderter Kindsbewegung nach dem Sport.

Mentale Gesundheit

Mit näher rückendem Geburtstermin ist es normal, eine Mischung aus Vorfreude, Geburtsangst, Ungeduld und sogar Ambivalenz zu fühlen. Schlafunterbrechungen verstärken emotionale Schwankungen. Bis zu 1 von 7 Schwangeren erlebt Depressionen oder Angststörungen – das sind medizinische Zustände, keine persönlichen Schwächen.

Hilfreiche Strategien:

Wenn Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Gedankenrasen oder anhaltende Angst den Alltag beeinträchtigen, sprich deine Hebamme oder Gynäkologin an. Behandlungen in der Schwangerschaft sind sicher und wirksam; unbehandelte Depressionen haben eigene Risiken für Mutter und Kind.

Wann zum Arzt

Die meisten Beschwerden im dritten Trimester sind normal. Folgende Symptome erfordern noch am selben Tag eine ärztliche Abklärung – gehe in den Kreißsaal oder rufe deine Hebamme an:

Diese Symptome können auf Frühgeburt, Präeklampsie, Infektion oder Plazentaprobleme hinweisen – alles Zustände, bei denen eine frühzeitige Abklärung entscheidend ist.

Tests & Untersuchungen

Zwischen der 28. und 36. SSW finden Vorsorgeuntersuchungen in der Regel alle 2 Wochen statt. Im Rahmen deines Termins um die 31. SSW werden im Mutterpass typischerweise folgende Befunde dokumentiert:

Der B-Streptokokken-Test (GBS) wird erst später, in der 35.–37. SSW, durchgeführt. Der Glukosetoleranztest auf Schwangerschaftsdiabetes (zwischen der 24. und 28. SSW, von gesetzlichen Krankenkassen übernommen) sollte zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein.

Tipps

  1. Starte tägliche Kindsbewegungszählungen. Wähle eine feste Tageszeit (oft nach einer Mahlzeit). Zähle bis zu 10 Bewegungen und notiere, wie lange es gedauert hat. Tendenzen sind wichtiger als ein einzelner Zählwert.
  2. Schlafe auf der Seite mit Kissen zur Unterstützung. Ein Kissen zwischen den Knien, hinter dem Rücken und unter dem Bauch verändert den Komfort erheblich.
  3. Beginne deine Krankenhaustasche-Liste. Noch nicht packen – nur die Liste schreiben.
  4. Melde dich für einen Geburtsvorbereitungskurs an. Die meisten Kurse laufen 4–6 Wochen; jetzt anzufangen bedeutet, gut vor der 40. SSW fertig zu sein. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen Geburtsvorbereitungskurs für die Schwangere.
  5. Trainiere täglich den Beckenboden. 3 Sätze mit je 10 Kegel-Übungen reduzieren Inkontinenz und unterstützen die Erholung nach der Geburt.

Vorbereitung

Die nächsten 4–6 Wochen sind ideal für praktische Vorbereitungen. Du hast noch Energie und Beweglichkeit, aber die Realität eines bald ankommenden Babys ist konkret. Denke an:

Häufige Fragen

Ist Atemnot in der 31. SSW normal?

Ja. In der 31. Schwangerschaftswoche hat sich dein Uterus bereits etwa 10 cm oberhalb deines Nabels ausgedehnt und drückt auf das Zwerchfell, was die Lungenkapazität reduziert. Kurzatmigkeit beim Treppensteigen oder beim längeren Sprechen ist sehr häufig. Sie bessert sich meist um die 36. SSW, wenn das Baby ins Becken tritt. Sitz aufrecht, schlafe auf erhöhten Kissen und verlangsame dein Tempo. Rufe deine Hebamme oder Gynäkologin an, wenn die Atemnot plötzlich auftritt, im Ruhezustand stark ist oder von Brustschmerzen oder Herzrasen begleitet wird.

Wie oft sollte sich das Baby in der 31. SSW bewegen?

Ab der 28. SSW empfehlen die AWMF-Leitlinien und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), täglich auf Kindsbewegungen zu achten. Eine gängige Methode ist das Zählen bis zu 10 deutlichen Bewegungen (Tritte, Rollen, Stöße) – dies sollte innerhalb von 2 Stunden geschehen, wenn das Baby aktiv ist oft schon in 30 Minuten. Bewegungen sollten bis zur Geburt nicht abnehmen, auch wenn sie sich von kräftigen Tritten zu Rollbewegungen und Dehnungen verändern. Wende dich noch am selben Tag an deine Hebamme oder Gynäkologin, wenn du einen deutlichen Rückgang der Bewegungen bemerkst.

Sind Braxton-Hicks-Wehen in der 31. SSW normal?

Ja, Braxton-Hicks-Wehen (Vorübungswehen) sind im dritten Trimester häufig. Sie fühlen sich an wie ein Verhärten des gesamten Bauchs, sind unregelmäßig, werden nicht stärker oder häufiger und lassen meist nach, wenn du die Position wechselst, Wasser trinkst oder dich ausruhst. Rufe deine Hebamme oder Ärztin an, wenn die Wehen regelmäßig werden (z.B. 4 in 20 Minuten), schmerzhaft sind oder mit Kreuzschmerzen, Beckendruck, Fruchtwasserverlust oder Blutungen verbunden sind – das können Zeichen einer Frühgeburt sein.

Wie groß ist das Baby in der 31. SSW?

In der 31. SSW ist dein Baby in etwa so groß wie eine Kokosnuss – rund 41 cm von Scheitel bis Ferse und wiegt etwa 1,5 kg. Die meisten lebenswichtigen Organe sind bereits ausgebildet; die nächsten 6–9 Wochen dienen hauptsächlich der Fettansammlung, der Reifung von Gehirn und Lunge sowie dem Üben von Atem- und Schluckbewegungen.

Warum bin ich in der 31. SSW wieder so erschöpft?

Erschöpfung im dritten Trimester ist real und hat mehrere Ursachen: schlechter Schlaf durch häufiges Wasserlassen und Beschwerden, eine erhöhte Stoffwechselbelastung (du trägst ein 1,5-kg-Baby plus erhöhtes Blutvolumen), sinkende Eisenwerte und die körperliche Arbeit, das Mehrgewicht zu tragen. Ruh dich aus, wenn du kannst, iss eisenreiche Lebensmittel und bitte deine Gynäkologin, deinen Hämoglobinwert zu kontrollieren, wenn die Erschöpfung extrem erscheint.

Darf ich in der 31. SSW noch auf dem Rücken schlafen?

Ab dem dritten Trimester empfiehlt es sich, auf der Seite zu schlafen – die linke Seite ist oft bevorzugt, weil sie die Durchblutung der Plazenta verbessert, aber beide Seiten sind akzeptabel. Auf dem Rücken zu liegen kann die Vena cava (eine große Vene) komprimieren und zu Schwindel oder verminderter Blutversorgung des Babys führen. Wenn du auf dem Rücken aufwachst, keine Panik – dreh dich einfach auf die Seite. Ein Keilkissen oder ein Kissen zwischen den Knien hilft dabei.

Wann sollte ich mir in der 31. SSW Sorgen um Wassereinlagerungen machen?

Leichte Schwellungen an Füßen und Knöcheln (Ödeme) sind im dritten Trimester durch erhöhtes Blutvolumen und den Druck auf die Beckenvenen normal. Besorgniserregende Zeichen sind plötzliche Schwellungen von Gesicht oder Händen, Schwellung nur eines Beins (mögliche Thrombose), starke Kopfschmerzen, Sehveränderungen (Flimmern, Verschwommensehen) oder Schmerzen im rechten Oberbauch – diese können auf eine Präeklampsie hinweisen und erfordern eine sofortige Abklärung bei deiner Gynäkologin oder im Kreißsaal.

Was sollte ich in der 31. SSW zur Geburtsvorbereitung tun?

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, deinen Geburtsplan zu beginnen, dich für einen Geburtsvorbereitungskurs anzumelden (falls noch nicht geschehen), die Geburtseinrichtung zu besichtigen und eure Hebamme für die Wochenbettbetreuung zu bestätigen. Laut Mutterschutzgesetz beginnt die Schutzfrist 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin – informiere deine Arbeitgeberin frühzeitig. Übe außerdem Beckenbodenbewegungen und Atemübungen und lerne den Unterschied zwischen Braxton-Hicks und echten Wehen.

Wird Sodbrennen in der 31. SSW schlimmer?

Für viele Frauen ja. Der wachsende Uterus drückt den Magen nach oben und Schwangerschaftshormone entspannen den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre, sodass Säure leichter aufsteigt. Iss kleinere Mahlzeiten, lege dich 2–3 Stunden nach dem Essen nicht hin, schlafe mit leicht erhöhtem Oberkörper und meide Trigger-Lebensmittel (scharf, fettig, Zitrusfrüchte, Koffein). Antazida mit Kalziumkarbonat gelten als unbedenklich in der Schwangerschaft – spreche das mit deiner Gynäkologin ab.

Welche Untersuchungen finden um die 31. SSW statt?

Zwischen der 28. und der 32. SSW finden Vorsorgeuntersuchungen in der Regel alle 2 Wochen statt. Im Mutterpass werden bei jedem Termin Blutdruck, Gewicht, Urinbefund und die Herzfrequenz des Babys festgehalten. Möglicherweise wird ein weiterer Ultraschall angesetzt, wenn Risikofaktoren vorliegen. Liegt ein Rh-negativer Blutgruppe vor, sollte eine Anti-D-Prophylaxe in der 28.–30. SSW erfolgt sein. Der B-Streptokokken-Test wird erst später, um die 35.–37. SSW, durchgeführt.

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